Samstag, 16. Januar 2021

Welche Hörgerätebauformen gibt es?

Übersicht der gängigen Hörgerätebauformen

Mittlerweile gibt es eine ganze Menge verschiedener Bauformen, die alle Vor- und Nachteile mitsich bringen. Jeder wünscht sich möglichst kleine Geräte, was aber audiologisch nicht immer möglich ist. Prinzipiell gibt es übrigens fast alle Geräte in den verschiedenen Bauformen. Auch die Farben sind variabel. So kann man aus verschiedenen Farben und Farbtönen wählen. Ich zeige euch hier die gängigsten der kleinen Helfer.


Ex-Hörer-Geräte (RIC/RIE/RITE)

Eine der häufigsten Bauformen ist die Ex-Hörer-Variante, oft auch RIC/RIE/RITE (Reciever in Channel/Reciever in [the] ear) gennant. Das eigentliche Hörgerät sitzt hier hinter dem Ohr (HdO), hat aber den Lautsprecher (Reciever) im Ohr. Die Kabelführung ist sehr unauffällig und kann im Verlauf angepasst werden. Die Lautsprecher gibt es in verschiedenen Stärken und verschiedenen Längen. Durch den ausgelagerten Hörer ist die Bauform kleiner, als bei herkömmlichen HdO-Varianten. Diese Geräte können leichte bis hochgradige Hörverluste ausgleichen. Je größer der Lautsprecher, desto mehr Platz wird natürlich im Ohr benötigt, daher ist es anatomisch nicht immer machbar. Im Ohr kann sowohl ein Dome (Silikonschirmchen), Griptip (nicht angepasste Otoplastik), als auch ein angepasstes Ohrstück verwendet werden. Die Ex-Hörer sind austauschbar und durch ein Filtersystem vor Verschmutzungen geschützt. Der Zusatz "Mini" weißt übrigens darauf hin, dass das Gerät noch etwas kleiner ist und meist keine Lautstärkewippe hat, sondern nur einen einzigen oder gar keinen Knopf für manuelle Bedienungen.


Abbildung: Oticon More miniRITE R (Quelle: Oticon Hörgeräte)

 

Hinter-dem-Ohr-Gerät (HdO/BTE) 

Das klassische HdO hat im Gegensatz zum Ex-Hörer den Lautsprecher im Gerät verbaut. Durch den Hörwinkel und einen Schallschlauch wird dieser in das Ohr geleitet. Es ist tendenziell größer und auffälliger, kann aber auch Hörverluste ausgleichen, die an Taubheit grenzen (WHO4). Für leichtgradige Höminderungen können auch Slimtubes, also dünne Schallschläuche genutzt werden. Hier sind, wie beim Ex-Hörer, auch Domes und Griptips nutzbar. Der Standardschlauch hingegen hat einen größeren Durchmesser, da hier auch mehr Schall durchgeleitet werden soll. Ein Ohrpassstück ist hier unterlässlich.

 


Abbildung Oticon OPN Play (Quelle: Oticon Hörgeräte)

 

Concha-Gerät

Das Concha-Gerät ist das größte in der Familie der IdOs (Im-dem-Ohr Geräte). Sein Name kommt daher, dass es die gesamte Concha (Ohrmuschel) ausfüllt und wird auch mit ITE (In the Ear) abgekürzt. Diese Variante kommt meist bei stärkeren Hörverlusten oder motorischen Problemen zum Einsatz. Es bietet mehr Platz für Bauteile wie Potis (Potentiometer -> Lautstärkesteller), Mehrmikrofontechnik (maximal 2), größere Batterien usw.
Gängige Batteriegrößen: 312, 13


Abbildung: Oticon OPN ITE FS (Quelle: Oticon Hörgeräte)
 


Halb-Concha-Gerät

Das Halb-Concha-Gerät zählt ebenfalls zu den ITE-Geräten, füllt die Ohrmuschel jedoch wesentlich weniger aus und ist daher auch unauffälliger. Auch hier ist Platz für Bedienelemente und weitere Bauteile. Gängige Batteriegrößen, 312, 13

Abbildung: Oticon OPN ITE HS (Quelle: Oticon Hörgeräte)

 

ITC (In the channel)

Das ITC Gerät sitzt fast komplett im Gehörgang. Die verbleibende äußere Oberfläche bietet wenig Platz, wodurch meist keine Bedienelemente angebracht sind. Gängige Batteriegrößen: 312

Abbildung: Oticon OPN ITC (Quelle: Oticon Hörgeräte)
 
 

CIC (complete in channel) 

Diese Variante verschwindet tiefer und komplett im Gehörgang. Aus diesem Grund wird sie oft mit einem Ausziehfaden versehen, an dem das Gerät bequem herausgenommen werden kann. Hier wird häufig nur ein Mikrofon verwendet, da für ein zweites schlicht der Platz fehlt. Gängige Batteriegröße: 10, 312

Abbildung: Oticon OPN CIC (Quelle: Oticon Hörgeräte)
 

 

IIC (Invisible in channel)

Die letzte und kleinste Variante ist von außen so gut wie nicht mehr zu sehen. Diese extrem kleine Bauform eignet sich jedoch nur für leichtgradige Hörverluste, da die Bauteile sehr klein und damit leistungsschwächer sind. Gängige Batteriegröße: 10

Abbildung: Oticon OPN IIC (Quelle: Oticon Hörgeräte)



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