Freitag, 30. April 2021

Danke, Thank You &

Merci!

Seit Dezember 2020 ist der Blog nun online, erreicht Monat für Monat neue Besucherrekorde und brach gestern erstmalig die 2000er-Marke. Ich freue mich sehr, dass er von euch angenommen und genutzt wird und hoffe, dass es dem/der ein/en oder anderen hilft, sich in der neuen Materie zurecht zu finden. Für euer entgegengebrachtes Vertrauen möchte ich mich an der Stelle einfach mal bei jedem Einzelnen bedanken!



Ich betreibe diese Plattform in meiner Freizeit und stecke viel Arbeit in das Lesen von Berichten, Pressemitteilungen, Datenblättern, Beiträgen usw. und ebenso in das Schreiben der Artikel. Mein Lohn ist euer Nutzen. Umso mehr freut es mich, diesen Blog mit euch wachsen zu sehen. Danke auch für eure konstruktive Kritik und Anregungen.

Beste Grüße, gutes Hören und bleibt gesund!

Euer Alex


Sonntag, 25. April 2021

Weiterer kleiner Service: Dokumente

Downloadrubrik

Wäre es nicht schön, wenn man die Termine im Fachgeschäft etwas optimieren und verkürzen könnte? Ja, das geht! Besonders beim ersten Termin werden standardmäßig gewisse Fragen abgeklappert. Da diese weitesgehend immer gleich sind, kann man das auch schon vorbereiten. Abgesehen davon ist es nicht verkehrt, sich vorab Gedanken um seine Hörsituation zu machen. Der Ersttermin ist reichlich gefüllt mit neuen Informationen, bei denen man schnell etwas überfordert sein kann. Da ist es nicht verkehrt, wenn man bereits ein Papier bei sich hat, auf dem ein paar Gedankenstüzen formuliert sind.

Um dem eine Struktur zu geben, habe ich drei "Checklisten" vorbereitet, die sich gern jeder downloaden kann, wie er möchte. Hierzu findet ihr rechts im Menü nun auch eine neue Linkrubrik mit dem Titel "Dokumente zum Download". Dort aufgeführt sind aktuell:

1. Vorbereitungsbogen für den Ersttermin

2. Bewertungsbogen für die Ausprobe von Hörsystemen 

3. Checkliste Versorgung

Der zweite führt alle gängigen Hörsituationen auf, die folgend subjektiv bewertet werden können. Neben diesen habe ich auch weitere Punkte wie "Druckgefühl", "Batterielaufzeit" oder "Tragedauer" integriert. Das ermöglicht dir eine bessere Vergleichbarkeit der Hörsysteme untereinander und dem Fachbetrieb eine bessere Nachjustierung aufgrund deiner Angaben. Da der Mensch kein akustisches Gedächtnis besitzt, ist eine schriftliche Aufführung wohl die beste Variante. Ich habe bewusst nur "besser", "gleich" und "schlechter" aufgeführt, weil dies ohnehin subjektiv ist und meiner Meinung nach kein zusätzliches "etwas" oder "sehr" benötigt. Ausgangspunkt der Bewertung ist natürlich immer die Hörsituation ohne Hörsystem.
Die Checkliste ist nicht als starrer und alternativloser Ablauf zu sehen, eher als kleiner Anpassleitfaden, der alle wichtigen Inhalte aufgeführt haben sollte. So kann man das ein oder andere, an das man vielleicht grad nicht gedacht hat, erfragen/notieren. Die recht detaillieten Angaben zur Hörgeräteversorgung am Ende des Dokuments, sollen es erleichtern, bei z.B. Verlust der Schirmchen einen Anhaltspunkt zu haben, welche benötigt werden. Gleiches gilt bei einem Akustikerwechsel, Schließung eines Fachbetriebs oder dem ganz allgemeinen Austausch. Wie auch immer ihr es nutzen wollt, wichtig ist, dass es euch hilft.

Freitag, 23. April 2021

Aktuelle Information: Neues Implantat

Cochlear stellt neues Knochenleitungs-Implantat vor

Am vergangenen Montag wurde es estmalig in Europa implantiert: Das CochlearTM Osia®

Das neue System bietet einige Vorteile im Vergleich zu seinen Vorgängern. Dazu zählen vorallem ca. 12dB mehr Verstärkung, digitale piezoelektrische Stimulation (weltweit erstes osseoingeriertes Steady-State-Implantat), weitere kabellose Anbindungsmöglichkeiten (Zubehör und Streaming) und ein freies Ohr. Zwei Varianten nach IP57 (Spritzwasser- und Staubschutz) und IP68 (wasserdicht) sind erhältlich.

Studien zur Folge ist ein deutlich höheres Sprachverstehen in ruhigen und geräuschvollen Hörsituationen möglich.

Implantiert werden kann es sowohl bei Erwachsenen, als auch bei Kindern.

Einsatzmöglichkeiten:
- Schallleitungshörminderung
- kombinierte Hörminderung
- einseitige sensorineurale Taubheit


Das CochlearTM Osia® System (Foto: Cochlear Ltd.)

Mittwoch, 21. April 2021

Hörgerät mit drei Mikrofonen?

M&RIE; Resound geht neuen Weg

Zur Vorgeschichte:

Es gab in der Vergangenheit bereits Versuche diverser Hersteller drei Mikrofone in einem Hörgerät zu platzieren. Das hatte aber mehr Nach- als Vorteile. Besonders das zusätzliche Eigenrauschen war nicht eliminierbar und somit viel zu störend. Um Richtcharakteristiken zu erzeugen, sind auch lediglich zwei Mikrofone nötig. Eine 360°-Richtwirkung wird bei einer beidseitigen Versorgung durch die Kommunikation der beiden Hörgeräte realisiert. Also eigentlich alles super.
Jetzt gibt es aber seit ewig und drei Tagen noch die Parteien HdO und IdO. Auch deren Vor- und Nachteile wurden oft diskutiert. Ein Vorteil von IdOs gegenüber HdOs ist der, dass die Richtwirkung der Ohrmuschel nicht berechnet, sondern naturell genutzt werden kann.


Was ist also M&RIE?

M&RIE heißt nichts anderes als "Microphone and Receiver in Ear". Mit anderen Worten: Im externen Lautsprecher ist ein zusätzlichen Mikrofon verbaut. Durch diese Platzierung kann die Richtwirkung (Pinna-Effekt) der Ohrmuschel genutzt werden. Eine technisch berechnete Nachahmung ist also hinfällig. Somit soll das Richtungshören und die generelle Klangqualität verbessert werden. Ferner soll diese Technik auch Windgeräusche deutlich stärker reduzieren.


Zusätzliches Mikrofon im Ohr bringt klares Plus – der M&RIE-Hörer des ReSound ONE, hier mit Standard-Dome (Foto: ReSound)



Resound hat bereits in der Vergangenheit mit den Hörgeräteserien Be und Lex eine neue Variante etabliert. Hier wird das Mikrofon in die Ohmuschel gelegt. Diese Variante ist heute immer noch im Portfolio der IdOs vertreten und mit dem Zusatz "MIH" (Microphone in Helix) versehen. Ob sich auch dieser neue Ansatz durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Montag, 19. April 2021

Aktuelle Information: Medizinprodukterecht

Aktualisierung des europäischen und deutschen Medizinprodukterechts

Am 26.05.2021 ist es soweit: Das Medizinprodukterecht wird aktualisiert. Im Zuge dessen gibt es einige, wenn auch kleine, Änderungen. Das Wichtigste im Überblick:

  1. Otoplastiken sind nicht mehr als Sonderanfertigungen eingestuft. Es bedarf also auch keiner Dokumentation der Konformitäts-/Sondererklärung mehr.
  2. Auch Hörsysteme sind nicht mehr als Sonderanfertigung, sondern als Serienmäßiges-Medizinprodukt definiert worden. (Natürlich mit individueller Anpassung)
  3. Zusätzlich zur ggf. benötigten ohrenärztlichen Verordnung, wird nun auch eine schriftliche Verordnung des Fachbetriebs benötigt.

Punkt 1. und 2. sind für dich als Kunden eher uninteressant. Der 3. Punkt hingegen dient dem Kunden. Hier muss vom Fachbetrieb nämlich auch bestätigt werden, dass die Hörsysteme für dich nach dem aktuellen Stand der Technik angepasst wurden. Ansonsten beinhaltet das Dokument deine persönlichen/medizinischen Daten und die Daten des Hörsystems.Wie zuvor gilt auch hier eine Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren. 

Sonntag, 18. April 2021

Zuschuss über die Rentenversicherung

Was zahlt sie und was muss ich dafür tun?

Vorab sei gesagt: Der erste Ansprechpartner bleibt die Krankenkasse. Die Rentenversicherung bezuschusst nur Mehrkosten, die über die "Grundversorgung" hinaus gehen und berufsbedingt sind (§ 49 Abs. 8 Nr. 4, SBG IX). Dazu gibt es klare Voraussetzungen und Ausschlusskriterien, die im SGB VI §§ 10, 11 und 12 geregelt sind. 

Wird ein solcher Mehrbedarf angegeben, so leitet die gesetzliche Krankenkasse die Unterlagen an die Rentenversicherung weiter, die wiederum ergänzende Unterlagen von dir benötigt. Dazu zählen:
  • Tätigkeitsbeschreibung und Werdegang im aktuellen Arbeitsverhältnis (Formular)
  • Ohrenärztliche Verordnung oder Befundbericht
  • Versorgungsanzeige und Anpassbericht (Fachgeschäft)
  • Kostenvoranschlag (Fachgeschäft)

Wird der Mehrbedarf auch seitens der Rentenversicherung festgestellt, wird die Grundversorgung über die Krankenkasse übernommen und die Mehrkosten durch die Rentenversicherung. 

Freitag, 16. April 2021

Aktuelle Information: Ablehnungen

Folgeversorgungen werden abgelehnt

In jüngster Zeit gibt es zwei gesetzliche Krankenkassen, die Folgeversorgungen oft ablehnen. Begründet wird dies damit, dass die aktuelle Versorgung noch ausreichend sei und kein Defekt vorliege. Solange keine Hörverschlechterung nachgewiesen werden kann oder ein unwirtschaftlicher Reparaturgrund vorliegt, haben Versorgte grade schlechte Karten.

Ein rechtlicher Anspruch besteht zwar auf eine Hilfsmittelversorgung, nicht aber auf eine Folgeversorgung nach sechs Jahren. Mir ist jedenfalls kein Passus in den Versorgungsverträgen, der Hilfsmittelrichtlinie oder dem SGB bekannt.

In puncto Nachhaltigkeit mag das eine tolle Sache sein, dennoch sind die Versicherten verärgert.

Ich empfehle daher bei Folgeversorgungen die Kostenübernahme VORAB durch das Fachgeschäft genehmigen zu lassen. Ob weitere gesetzliche Krankenkasse diesem Beispiel folgen, bleibt abzuwarten.

Donnerstag, 15. April 2021

Aktuelle Information: Markteinführung

Erweiterung der Widex Moment-Serie

Widex hat heute seine Produktpalette um drei Bauformen der Moment-Serie erweitert. Zur Verfügung stehen jetzt das Moment BTE 312, CIC micro und eine bluetoothfähige Variante als BTE 13 D.

Zusätzlich gibt es ebenfalls neues Zubehör: TV Play. Dieses Gerät überträgt den Fernsehton direkt auf die (bluetoothfähigen) Hörsysteme der Moment-Serie.

Widex Moment Bauformen. Quelle: Widex Hörgeräte

Sonntag, 11. April 2021

Muss man Service zukaufen?

Macht ein Servicepaket Sinn?

Wie so vieles, ist auch diese Frage nicht pauschal zu beantworten. Um einschätzen zu können, ob das Angebot und der Preis gerechtfertig sind, betrachten wir zunächst, was der Fachbetrieb eigentlich ohnehin erbringen muss.

Oft wird in Servicepaketen mit kostenloser Reinigung, sechs Jahren Service, regelmäßigen Überprüfungen des Gehörs, Nachjustierung usw. geworben. Fakt ist aber, dass diese Leistungen vertraglich von gesetzlichen Krankenkassen bereits teilweise festgeschrieben sind. Ich zitire exemplarisch die entsprechende Stelle aus dem Versorgungsvertrag der IKK Classic und markiere die Leistungen.

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Zitat:

"(9)Wählt der Versicherte von vornherein kein aufzahlungsfreies Hörsystem, beziehungsweise eine Versorgung, die zwar gleichwertig ist, aber über das Maß des Notwendigen und Zweckmäßigen (Wirtschaftsgebot § 12 SGB V) hinausgeht, kann der Leistungserbringer dem Versicherten die Mehrkosten in Rechnung stellen. Dies betrifft auch die daraus entstehenden Folgekosten/Mehrkosten für Reparaturen. Der Hörgeräteakustiker hat den Versicherten hierüber aufzuklären. Die Aufklärung hat sich der Leistungserbringer vom Versicherten durch Unterschrift unter der als Anlage 6 beigefügten Versichertenerklärung zur Hörgeräteversorgung bestätigen zu lassen.

(10)Der Leistungserbringer übernimmt die Instandhaltung des Hörsystems gemäß Absatz9, die Lieferung der erforderlichen Otoplastiken sowie die Nachbetreuung für den Versorgungszeitraum von sechs Jahren. Sofern Reparatur- und Wartungsarbeiten an den Hörsystemen/Tinnitusgeräten erforderlich werden, stellt der Leistungserbringer in der Regel dem Versicherten, sofern gewünscht, kostenlos geeignete Ersatzgeräte für die Dauer der Reparatur zur Verfügung. Statt der Reparatur kann der Leistungserbringer auch das Hörsystem austauschen. Defekte aufgrund von Missbrauch oder offensichtlich unsachgemäßer Behandlung sind von derInstandhaltung im Rahmen der Pauschale ausgenommen, dies gilt auch für Reparaturen nach Ablauf des Regelversorgungszeitraums von sechs Jahren. Diese Instandsetzungskosten hat der Versicherte zu tragen.

(11)Der Leistungserbringer übernimmt für die Dauer von sechs Jahren nach abgeschlossener Anpassung alle für eine einwandfreie Funktion des jeweiligen Produkts notwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten auf Basis einer einmaligen pauschalen Vergütung. Mit der pauschalen Vergütung für die Hörsysteme sind auch alle notwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten am kombinierten Tinnitusgerät/Hörgerät und am Tinnitusgerät abgegolten. Zu den notwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten zählen auch Arbeiten an der Otoplastik sowie der erforderlichen Nachversorgungen mit Otoplastiken. Die Pauschale umfasst alle Dienstleistungs- und Materialkosten; weitere Kosten können der IKK nicht in Rechnung gestellt werden. Wählt der Ver-sicherte ein vom Leistungserbringer aufzahlungsfrei angebotenes Produkt, sind alle anfallenden Wartungs-und Reparaturarbeiten sowie Materialkosten durch die pauschale Vergütung abgegolten. Wählt der Versicherte eine andere als die aufzahlungsfrei angebotene Versorgung, übernimmt die IKK ebenfalls die Reparaturpauschale. Bei derartigen Versorgungen entstehende Mehrkosten können nicht zu Lasten der IKK abgerechnet werden und sind vom Versicherten zu tragen.
"

Zitat Ende.
(Quelle: Versorgungsvertrag zw. IKK Classic und der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR vom 01.08.2016, §3 Grundsätze der Leistungserbringung, Stand 10.2020)
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Bei Reparaturen und Otoplastiken gibt es, wie man sieht, eine Besonderheit. Prinzipiell gilt: Zahlt man bei Hörgeräten und/oder Otoplastiken einen Eigenanteil, so zahlt man idR auch bei Reparaturen oder Nachfertigungen einen Eigenanteil. Wie hoch der letztlich ist, hängt vom Defekt/der Variante und Fachbetrieb ab. Manche Betriebe verlangen auch für Schlauchwechsel o.ä. Maßnahmen Geld. Das ist auch legitim, da der Versorgungsvertrag nicht explizit von "kostenfrei" spricht, außer bei Leihgeräten.

Auch oft in diesen Paket enthalten sind Pflegeprodukte und Batterien. Ob sich das finanziell rentiert, hängt natürlich vom monatlichen oder pauschalen Betrag ab. Batterien gibt es oft deutlich günstiger im world wide web und Pflegeprodukte muss man nicht zwangsläufig nachkaufen, wenn man bswp. elektrische Trocken- und Reinigungsgeräte nutzt.

Ein erheblicher Vorteil kann aber die Übernahme jeglicher Reparaturen sein, sofern man ein Hörgerät mit Eigenanteil erworben hat. Hier sollte nur unbedingt auf das Kleingedruckte geschaut werden. Manche Reparaturgründe werden hier direkt ausgeschlossen, Beträge gedeckelt oder nur prozentual übernommen. Auch ist interessant, ob Verlust mit abgedeckt wird.

Hier wird aber auch exemplarisch und in Teilen deutlich, was von einem Fachbetrieb vertraglich bereits verlangt wird. Dies ist natürlich Teil der Mischkalkulation und auch verantwortlich für Preisgestaltungen bei Hörsystemen.

Fazit:
Unterm Strich sind Reparaturen und Verlust der interessanteste Part. Wie bei Versicherungen auch, weiß man vorher nie, was passiert. Daher ist es schwer zu sagen, ob ein Servicepaket sinnvoll ist. Bei Verlust müsste der geleistet Eigenanteil erneut gezahlt werden. Je nach Hörgerät kann das ein ordentlicher Betrag sein. Bei Reparaturen sind es meist ca. 100 - 200€, je nach Defekt. Auch bei guter Pflege hat man in 6 Jahren sicherlich mal die ein oder andere Reparatur. Also wäre hier ein monatlicher Betrag von ca. 5,- € (ohne Verlustabdeckung) rein rechnerisch wohl angebracht. Das gilt natürlich nur für Hörsysteme mit Eigenleistung.

Freitag, 9. April 2021

Aktuelle Information: Markteinführung

Markteinführung GN Resound One 4


Der Hersteller GN Resound hat heute bekannt gegeben, dass das neue Hörsystem "One" ab sofort auch in der 4er-Technikstufe zur Verfügung steht. Diese günstigere Technikstufe ist dennoch auch mit Akkutechnologie und als Ex-Hörer-Variante erhältlich und hat bereits Bluetooth und direktes Audiostreaming integriert.

Damit ist die One-Serie nun in 4 Technikstufen erhältlich: 9, 7, 5, und 4


Jetzt noch mehr smartes Premium-Hören – Hörgerät ReSound ONE ab sofort auch in Technikstufe 4 verfügbar, optional mit führender Akku-Lösung (Foto: ReSound)



Sonntag, 4. April 2021

CROS-Versorgung

Wann ist eine CROS-/BiCROS-Versorgung sinnvoll?

Eine CROS-Versorgung (contralateral routing of signals) kommt dann zum Einsatz, wenn ein Ohr gehörlos oder ertaubt ist. In dem Fall kann man einen Sender auf der nicht-hörende Seite anbringen, der aussieht, wie ein Hörsystem. Dieser überträgt die Töne nun allerdings auf die hörende Seite, an der wiederum ein Hörgerät angebracht wird. Ist auf dieser Seite ebenfalls eine Hörminderung vorhanden, so kann diese zeitgleich mit ausgeglichen werden. Dann spricht man von BiCROS. Das ganze ist als Kabel- und Funkvariante wählbar und unterliegt anderen Festbeträgen als Hörgeräte.

Leider bieten nicht alle Hersteller aktuelle Sender an. Phonak bietet CROS und BiCROS nur mit dem Belong-Chip an, der schon durch die Marvel- und aktuell Paradise-Plattform überholt wurde. Ein direktes Streaming gibt es hier bspw. in keiner Technikstufe und ist nur mit Zusatzgerät möglich.

Bei Widex ist bei der aktuellen Evoke- und Enjoy-Serie ebenfalls ein aktueller CROS-Sender erhältlich.

Oticon nutzt im CROS-Sender die Velox-S-Plattform. Daher ist es nur mit der letzten Generation OPN S und Xceed kompatibel.

Signia hingegen hat mit der aktuellen X-Serie auch CROS-Systeme etabliert.

Auch Starkey ist bei der aktuellen Livio AI-Serie mit CROS-Sendern im Portfolio vertreten.

GN Resound ist in diesem Sektor nicht vertreten.


Ist das Innenohr noch versorgbar, kann ein CI (Cochlear-Implantat) eine Alternative sein. Wichtig ist, dass bei starker Asymmetrie des Hörvermögens beim Hörtest vertäubt wird. Dazu wird ein Rauschen auf das bessere Ohr gegeben. Es ist sonst möglich, dass der Schall sich über Luft oder den Knochen auf das besser-hörende Ohr überträgt und man so vermeindlich hört. Dieses "Überhören" kann bei der Luftleitung (Kopfhörermessung) bei einem Unterschied ab 50dB HL (Luftschall) auftreten. Bei der Knochenleitungsmessung (Knochenleitungshörer) bereits bei 15dB HL (Körperschall). Auch bei der Sprachmessung über den Kopfhörer muss demnach ebenfalls ein Rauschen hizugenommen werden. Nur so lässt sich die tatsächliche Hörschwelle/Sprachverstehen ermitteln.


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Stand 03.2021

Offen oder geschlossen?

Eine Wissenschaft für sich?! Dieses Thema ist wohl eins der am meisten diskutierten in der Hörgerätebranche. Hier fachsimpelt man gern mit K...