Sonntag, 4. Juli 2021

Altes Konzept oder neue Innovation?

Ein trüber Blick in die Zukunft

Schon öfter entfachten Diskussionen über die Preise von Hörgeräten. Warum sie derart hochpreisig sind und was alles am Preis dranhängt, habe ich schon in früheren Artikeln beleuchtet. Ein Aspekt ist aber nicht wegzudiskutieren und das sind die Features. Hörgeräte einer Serie sind untereinander baugleich und auch die günstigste Technikstufe könnte das Gleiche wie die teuerste. Sieht man es von oben nach unten, so könnte man es positiv begrüßen, dass auch hochwertigere Geräte in günstigeren Segmenten angeboten werden. Natürlich mit gewissen Einschränkungen. Andersrum könnte man sich aber auch ärgern, warum diese Preisstaffelung sein muss. 

Ich warte darauf, dass ein Hersteller mal auf die "Buffet-Idee" kommt. Die Funktionen sind alle bekannt und definiert, also warum nicht selbst auswählen? Das Grund-Chassis einer Serie muss natürlich festgelegt sein, also Mikrofone, Chip, Lautsprecher usw. aber alles andere könnte man doch einfach an- und abwählen. Radfahrer machen einen Haken bei einer Windgeräuschunterdrückung, Außendienstmitarbeiter einen bei der "hands-free"-Funktion usw. Die Justierung ist zwar auch heute individuell auf den Hörverlust angepasst, alles andere aber nur als Paket zu erwerben. Das heißt, dass ich bei einer höheren Technikstufe mit Sicherheit Funktionen erwerbe, die ich eigentlich gar nicht wollte/brauche. Das Baukastensystem wäre innovativer, individueller, nachvollziehbarer, zielführender und für den Endkunden vermutlich auch günstiger. Für die Hersteller wäre es kein Unterschied, lediglich der Fachbetrieb hätte einen verschwindend geringen Mehraufwand bei der Besprechung, Auswahl und Probe. Dafür wahrscheinlich aber auch schneller zufriedenere Kunden. Manche Features sind natürlich eine Kombination aus ihrem eigentlich Einsatzgebiet und bspw. der Kanalanzahl. Aber auch das ist ja lösbar, indem man z.B. zwingede Abhängigkeiten kenntlich macht. 

Wer heute z.B. nur ein Gerät erwirbt, hat in vielen Fällen dennoch binaurale (also beidseitige) Funktionen mit drin (ear to ear, binauraler Abgleich usw.). Ab der mittleren Preisklasse ist das eigentlich immer der Fall. Die kann man mit einem einzigen Gerät aber gar nicht nutzen, bezahlen muss man sie dennoch. Hier gibt es noch mehr Beispiele wie Übersetzungstools, Sturtzdetektoren, Tinnitusfunktion uvm. 

Im Zuge einer Umfrage zu diesem Thema, habe ich die häufigsten Bedenken gesammelt:

"Die (Neu)Kunden könnte überfordert sein!"
Die Buffet-Variante erfindet ja keine neuen Funktionen. Es ist also nicht mehr Erklärungsbedarf als jetzt auch. Aktuell gibt es etwa 2600 Geräte auf dem Markt. Auch die wird niemand durchtesten. Es soll nach wie vor nur audiologisch/subjektiv sinnvoll beraten und ausgewählt werden. Um als Kunde das richtige Gerät wählen zu können, muss das Fachpersonal heute ja auch alle Funktionen, die sinnvoll sein können (genauso wie alle möglichen Bauformen und Hersteller), vorstellen.

"Es könnte teurer werden für die Endkunden."
Auch das Argument ist unwahrscheinlich. Es gibt bspw. bei Im-Ohr-Hörgeräten heute auch schon Wahlmöglichkeiten bei der Ausstattung. So kann man neben der Bauform und dem Grundgerät weitere Funktion wie T-Spule, Wirelessspule, Doppelmikrofontechnik, Bluetooth, Programmknopf, Lautstärkesteller etc. auswählen. Der Einkaufs-, sowie der Verkaufspreis bleiben aber identisch, obwohl es hier um Hard- und nicht Software geht. Das wird bei der Buffet-Variante unwirtschaftlich sein, aber innerhalb einer Technikstufe sind heute sicher mehr Funktionen, die man gar nicht braucht, aber eben auch nicht abwählen kann (wohl ggf. abschalten). Auch Unitron hat bereits Ansätze dieser Idee. Hier ist es möglich bspw. eine 3er-Technikstufe zu kaufen und nach Belieben später noch auf eine höhere Variante aufzurüsten. Der Hersteller kann also an einem Gerät mehrmals verdienen. Auch die Produktions- und Lagerhaltungskosten (auch für das Fachgeschäft), sowie Ersatzteile wären reduziert.

"Das Hörgerät muss eine gewisse Verstärkung haben."
Ja, das muss es aktuell aber ja auch. Das heißt die audiologischen Grundanforderungen sind bereits definiert und würden sich dadurch ja auch nicht ändern.

Was ich allerdings als Nachteil für die Endkunden sehe ist, dass die Geräte preislich nicht mehr so einfach zu vergleichen wären.

Weitere Faktoren:

Vor einigen Tage habe ich über den aktuellen Status der Folgeversorgungen bei der KKH berichtet. Sollte es wirklich dazu kommen, dass neue Versorgungsverträge formuliert werden, in denen der Anpasszeitraum nicht mehr auf sechs Jahre begrenzt ist, bzw. die Krankenkassen auch ohne diesen die Zeiträume verlängern, muss eh ein Umdenken der Branche stattfinden. Aktuell ist ganz gut kalkulierbar, dass ein Kunde nach ca. sechs Jahren wohl neue Geräte bekommen wird. Wenn dies aber nicht mehr absehbar werden sollte, ist ein Umsatz weder für das Fachgeschäft, noch für die Hersteller vorauszusehen. Hier wäre eine Option des "Nachrüstens" zumindest für die Industrie und den Endkunden vorteilhaft. Das Fachgeschäft müsste sich wohl wahrscheinlich mit einer Pauschale zufrieden geben. 

Es könnte bei manchen Funktionen allerdings auch kein einfaches "an" oder "aus" geben. Manches ist vertraglich ohnehin vorgeschrieben und könnte quasi nur ein Upgrade erfahren. Also müsste man dennoch einzelne Features abstufen.

Ein Beitrag eines Forenmitglieds ist hingegen sehr einleuchtend und in diesem Zusammenhang auch kritisch zu hinterfragen. Windgeräusche und Rückkopplungspfeifen hätte ich ohne Hörgerät gar nicht. Wieso soll ich also dafür zahlen, dass ich das durch das Hilfsmittel erst verursachte Problem wieder loswerde? Hier sehe ich die Pflicht aber bei den Krankenkassen, die soetwas vertraglich fordern müssten. Das tun sie zwar bereits, aber nur in der nötigsten Variante. (Bei Rückkopplungsunterdrückungen)

Es wäre auch denkbar, dass jeder Hersteller nur noch eine Geräteserie mit allen nötigen Bauformen vertreibt. Also nur noch ein Name mit dafür detaillierteren Featurepaketen oder Featurekombinationsmöglichkeiten. Bauformen wie Schlauchsysteme, Im-Ohr-Hörgeräte und Ex-Hörer müssten bestehen bleiben. Das hat vorallem audiologische und anatomische Gründe, würde die Palette aber auf ein nötiges Minimum reduzieren und für deutlich mehr Übersicht sorgen.

Das Ergebnis der Umfrage, die ich drei Tage in mehreren Grupppen und Foren platziert habe, sieht wie folgt aus:





Donnerstag, 1. Juli 2021

Aktuelle Information: KKH und Folgeversorgungen

Folgeversorgungen weiterhin schwierig

Die kaufmännische Krankenkasse verlangt von Fachbetrieben weitere Prüfungs- und Wartungsarbeiten. Eine Versorgung nach Ablauf des Versorgungszeitraums bedarf, wenn kein besonderer Grund vorliegt (Defekt, keine Ersatzteile, Verlust o.ä.), einer Optimierung. Hierzu verlangt die Krankenkasse neben der eigentlichen Arbeit auch bspw. Screenshots der Einstellung, InSitu-Messung/-Anpassung, statistische Nutzungsdaten (Datalogging, wenn vorhanden), Vergleichsmessungen mit aktuellen und neuen Hörsystemen und einiges mehr. Ebenso sind weitere Pauschalen möglich, die den Versorgungszeitraum verlängern sollen. Bei jeglichen Arbeiten empfiehlt die biha (Bundesinnung der Hörgeräteakustiker) den Fachbetrieben, vorab einen detaillierten Kostenvoranschlag einzureichen. 

In Anbetracht des enormen Aufwandes, ist die Wirtschaftlichkeit für den Fachbetrieb fraglich. Natürlich gibt es durchaus Hörsysteme, die auch nach sechs Jahren noch einwandfrei ihren Dienst tun, nur ist der Nachweis darüber, dass eine neue Versorgung ggf. notwendig ist, sehr aufwändig und mit dem Risiko verbunden, dennoch eine Ablehnung zu erhalten. 

Sofern hier eine klare (auch finanzielle) Regelung gefunden wird, ist der Ansatz per se nicht verkehrt. Der Vorteil ist ganz klar eine Kostenersparnis der Krankenkassen und die Nachhaltigkeit. Ein verlängerter Versorgungszeitraum könnte aber auf lange Sicht auch höhere Gerätekosten bedeuten. Die Hersteller müssten Gerätepreise neu kalkulieren. Ebenso muss das Fachgeschäft sich finanziell neu orientieren, da ein erneuter Verkauf nicht mehr absehbar ist. 

Wie sich der Rest der Branche und andere Krankenkassen verhalten werden, bleibt offen.

 

Bild von aymane jdidi auf Pixabay

Mittwoch, 30. Juni 2021

Herstellerphilosophien

Wer setzt auf welche Karte?

Sicherlich gibt es nicht den konkreten einen Fokus, aber jeder Hersteller hat gewisse Prioritäten bzw. Innovationen. Hier zeige ich mal eine kurze Übersicht aktueller Entwicklungen:

GN Resound
GN hat die Möglichkeit zur Wahl eines Fokus- und eines Monitorohres etabliert. Hierbei werden rechts und links getrennte Richtwirkungen der Geräte genutzt, um einen Fokus zu erzielen, aber auch den Raumklang aufrecht zu erhalten (Direktional und Omnidirektional). Eine andere Entwicklung die man GN zuschrieben muss, ist der M&RIE-Hörer (microphone and receiver in ear). Hierbei wurde ein weiteres Mikrofon im Hörer verbaut, sodass weitere Filterung von Störgeäuschen möglich ist und die akustischen Gegebenheiten der Ohrmuschel mehr berücksichtigt werden sollen. Diese Entwicklung ist Teil der "organic hearing"-Philosophie. 

Sonova
Phonak, Unitron und Hansaton setzten mehr auf Konnektivität. Hier ist wohl besonders Tap-Control und Bluetooth zu nennen. Sonova ist bislang der einzige Hersteller, welcher nicht Bluetooth LE sondern Bluetooth in den Hörsystemen verbaut hat. Auch wenn sich das auf die Laufzeit niederschlägt, ist es damit wesentlich kompatibler mit mehr Endgeräten. Tap-Control hingegen ist eine Funktion, bei der Telefonate angenommen und aufgelegt werden können, indem man seine Ohrmuschel antippt. Möglich ist das auch durch "hands-free" Telefonieren. So wird die Stimme des Trägers über die Hörgeräte an das Telefon weitergegeben. (kein Stereo)
Unitron hat noch eine weitere Eigenheit. Hier kann die Technikstufe auch nach dem Kauf noch variiert werden. So kann man bspw. einer 3er-Technikstufe kaufen und später nach Belieben, bis zur 9er-Variante, upgraden.

Widex/Signia
Widex und Signia gehören zwar zusammen, haben aber NOCH unterschiedliche Entwicklungen. Widex versucht sich seit langer Zeit an latenzfreier Signalverarbeitung (verzögerungsfrei), was durch Pure Sound erzielt werden soll. Dabei werden allerdings andere Funktionen an ein Minimum gefahren, um die Verarbeitungszeit zu verkürzen. Das betrifft primär die Rückkopplungsunterdrückung, wodurch die Geräte schneller pfeifen. Signia hingegen hat aktuell mit der AX-Plattform (Augmented Xperience) eine Zwei-Wege-Signalverarbeitung integriert. Hierbei werden Nutz- und Störschall über zwei getrennte Systeme verarbeitet, was a) mehr Kanäle zur Folge hat und b) präziser funktionieren soll. Auch künstliche Intelligenz (KI/AI) steht auf der Agenda.

Starkey
"Healthable-Hörsystem" ist eine Wortkreation aus dem Hause Starkey. Dahinter verbergen sich Funktionen wie Sturztdetektoren, Sensoren und künstliche Intelligenz, die die mentale Fitness und die körperliche Aktivität des/der Träger*in erfassen und auswerten kann. Auch kann es Unterhaltungen in 27 Sprachen übersetzen.

Oticon
Die Steckenpferde von Oticon waren zweierlei. Mit der OPN-Serie führte der Hersteller eine 360°-Mikrofontechnik ein. Dabei wurden Nutz- und Störschall punktuell fokussiert oder reduziert. Mit den nachfolgern OPN S versuchte Oticon hingegen Rückkopplungen vollständig zu eliminieren. Trotz großer Werbeversprechen wie "Wir haben physikalische Genzen gebrochen!" Blieb der erhoffte Effekt aus. Die Rückkopplungsunterdrückung arbeitete zwar gut und auch zuverlässig, auftreten taten diese aber immer noch. Im aktuellen Polaris-Chip der More-Serie, ist hingegen das DNN (Deep Neural Network) integriert. Dieses Feature wurde mit über 12 Millionen Klangumgebungen trainiert, um im Alltag möglichst alles detailiert wiedergeben zu können. Damit verfolgt Oticon weiter ihren Ansatz des "brain hearings".

Natürlich gibt es noch weitere Entwicklungen und Forschungsschwerpunkte, sowie weitere Hersteller, die aber alle irgendwo zu den gennanten dazugehören. Dies soll nur eine kleine Übersicht unterschiedlicher Firmenphilosophien bzw. Entwicklungsansätzen sein.


 

 

 

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Dienstag, 29. Juni 2021

Aktuelle Information: Neue Funktion der Widex-App

Widex "My Guide" ist verfügbar

Mit der neuen "My Guide"-Funktion in der Widex-App, integriert der Hersteller eine neue Hilfestellung. Diese beinhaltet hörgerätebezogene Anleitungsvideos, eine Fehlersuche und -behebung, sowie allgemeine Informationen zur Eingewöhnungsphase. Auch eine Erinnerungsfunktion soll das Tragen schneller zur Gewohnheit machen. 

Eine solche Unterstützung ist nicht gänzlich neu, kann aber Ärger und den ein oder anderen Gang zum Fachgeschäft, ersparen. 

Foto: Widex Hörgeräte


Sonntag, 27. Juni 2021

Garantie oder Gewährleistung?

Was ist denn was?

Dieses Thema betrifft natürlich nicht nur Hörgeräte, sondern wird ganz allgemein gern durcheinander gebracht. Hier mal ein kleiner Überblick der Unterschiede:

1. Garantie
Kurz und knackig: Eine Garantie wird vom Hersteller/Verkäufer freiwillig gegeben. Wie lange diese geht und was diese ein- und ausschließt, entscheidet allein der Anbieter. 

2. Gewährleistung
Unter dem Synonym "Mängelhaftung" wird es schon eindeutiger. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben und bezieht sich auf Mängel an der Kaufsache. Auch die Laufzeit ist mit zwei Jahren ab Lieferdatum definiert (bei privaten Käufer*innen). Einzige Ausnahme ist ein offener "Streitfall". Für die Dauer der Klärung verlängert sich auch die Gewährleistungszeit. Existiert hier keine gesonderte Definition der Funktionalität der Sache, so ist die Basis die übliche Beschaffenheit bei Vergleichsprodukten. Weitere Mängel können aber auch Falschlieferungen, fehlerhafte Bedienungsanleitungen oder Abweichungen von Werbeaussagen sein. Als Privatperson muss nur nachgewiesen werden, dass ein Mangel vorliegt/vorlag (innerhalb der ersten sechs Monate). Möchte der/die Verkäufer*in diesen nicht anerkennen, muss er das Nichtvorhandensein beweisen. Als Käufer*in hat man nun das Recht auf Nachbersserung, Neulieferung (primär), Rücktritt vom Kaufvertrag, Schadenersatz oder Minderung des Kaufpreises (sekundär).

Bei gewerblichen Käufer*innen kann es Abweichungen geben!

Angaben ohne Gewähr! Dies ist ausdrücklich keine Rechtsberatung oder rechtliche Grundlage! Stand 16.06.2021

Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Freitag, 25. Juni 2021

Aktuelle Information: Engpässe und Ende von Linx3D

Lieferschwierigkeiten bei Signia, Verkaufsende bei GN Resound

Signia:
Momentan gibt es einige Lieferschwierigkeiten. Betroffen hiervon sind folgende Produkte:

  • Externe Lautsprecher (MiniReceiver 3.0) 
  • Hörgeräte Active (Pro) X
  • Silk X
  • Insio Nx

Die Lage soll sich in den nächsten ein bis zwei Wochen wieder normalisieren. Die Fertigungszeiten bei im-Ohr-Geräten sind allerdings schon länger erhöht. Um einen Stau zu vermeiden setzt Signia daher auf verlängerte Arbeitszeiten. Für dich als Endkunden sollten diese Verzögerungen aber weniger Auswirkungen haben. Die externen Lautsprecher, sowie Testgeräte (auch Silk) sind idR vorrätig im Fachgeschäft. Solltest du dich für ein Gerät entschieden haben, kann sich die Lieferung des entgültigen Verkaufsgerätes natürlich etwas nach hinten verschieben. Bei Sonderanfertigungen (Im-Ohr-Hörgeräten) spricht Signia von ca. 15 Tagen. Solange sollte aber das weitere Tragen der Demo- / Testgeräte kein Problem darstellen.

 

GN Resound:
Mit der neusten Aktualisierung der Anpasssoftwares von GN Resound und Interton, findet auch eine "Bereinigung" des Protfolios statt. Ab dem 30.09.2021 sind folgende Geräte nicht mehr verfügbar:

  • Resound Enya
  • Resound Vea
  • Resound Magna
  • Resound Linx3D (außer 3D 4 und CIC-Im-Ohr-Geräte)
  • Interton Ready (zum 31.12.2021)

Natürlich sind Reparaturen weiterhin möglich. Ab Verkaufsende müssen diese mindestens weitere sechs Jahre gewährleistet sein.


 

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Mittwoch, 23. Juni 2021

Augen auf beim Lauscherkauf

Bin ich in die Falle getappt?

Immer wieder liest man von Eigenlabeln wie sie bspw. von Ketten und Einkaufsgemeinschaften genutzt werden. Der große Vorteil ist natürlich, dass du als Kunde erstmal keinen technischen oder preislichen Vergleich anstellen kannst. Das ist zwar möglich, aber nur auf Umwegen und für den Leihen meist umständlich oder die Notwendigkeit gar nicht ersichtlich.

Für diesen Fall gibt es einen einfachen Trick:
Wenn du dich in der Ausprobe befindest, solltest du generell immer auf eine Kostenmitteilung bestehen, damit du eine verbindliche Preisangabe hast. Auf dieser steht in der Regel auch eine Hilfsmittelpositionsnummer des Gerätes. Anhand dieser kannst du nun das Gerät im Hilfsmittelverzeichnis suchen und einige Details rausfinden. Oft steht hier auch eine vorhandene Baugleichheit zu anderen Geräten. Ist dies nicht der Fall, kann aber zumindest ein anderer Fachbetrieb anhand dessen das Ursprungsgerät erkennen (bspw. durch Bild und die aufgeführten technischen Details im Verzeichnis). Durch die Bauform kann das Fachpersonal schon die Serie identifizieren und muss dann nur noch die Technikstufe herausfinden. Somit ist ein Preisvergleich wieder möglich.

 


Bei Eigenlabeln gibt es allerdings noch etwas zu beachten. Manche nutzen eigene Anpasssoftwares und Apps. Ist dies der Fall, haben andere Fachbetriebe nur schwer die Möglichkeit Änderungen vorzunehmen (bspw. wenn du umziehst, im Urlaub bist oder schlicht den Fachbetrieb wechseln möchtest) und die Eigenlabel-Apps können manchmal weniger als die originalen.

 

 

Dieser Prozess wird bald noch vereinfacht, da alle Geräte mit einer Identifikationsnummer (UDI = Unique Device Identification) ausgestattet werden sollen. Dies sieht das neue Mediziprodukterecht vor und soll genaue Details der Geräte in einer Onlinedatenbank zugänglich machen. Das sollte eigentlich schon im Mai 2021 realisiert worden sein, ist aber immer noch im Aufbau.

Bild von Immo Schulz-Gerlach auf Pixabay

Beliebte Posts

Empfohlener Beitrag

Unterschiede und Übersichten

Welche Technikstufe passt zu mir und was unterscheidet sie? Oft hat man mehrere Geräte und Technikstufen durchprobiert und steht vor der Qua...